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Doktorarbeit beim Nobelpreisgewinner
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„Er hat ihn verdient!“: Nadja Makki mit einem Foto ihres Doktorvaters Mario R. Cappechi, abgebildet in einer Broschüre, mit der die Universität Utah den Wissenschaftler für seinen Medizin-Nobelpreis ehrte. Auf dem Computer-Bildschirm im Hintergrund ist Cappechi inmitten seiner Studenten und Mitarbeiter zu sehen, die ihm am Tag der Bekanntgabe der Preisträger einen Empfang bereiteten. Foto: sk |
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Von Sarah Knoop, Damme - Heimaturlaub ist schön, aber auch anstrengend. "Wenn ich hier bin, bin ich viel unterwegs, weil ich natürlich alle wiedersehen möchte", sagt Nadja Makki. Die Familie, alte Schulfreunde, ehemalige Studienkollegen. Ein- bis zweimal im Jahr besucht die 28-Jährige ihre Heimatstadt Damme. Vor vier Jahren ging sie zum Studieren in die USA.
An der University Utah (Salt Lake City) schrieb sie zunächst ihre Diplomarbeit. Nun forscht sie dort für ihre Doktorarbeit im Bereich Entwicklungsbiologie. Ihr Doktorvater: Mario R. Capecchi, einer der drei Gewinner des Medizin-Nobelpreises 2007.
Wie es ist, einen Nobelpreisträger als Doktorvater zu haben? Diese Frage hört Nadja Makki in letzter Zeit oft. "Es hat sich nicht viel geändert", antwortet die zierliche Nachwuchswissenschaftlerin mit den langen schwarzen Haaren und dunkelbraunen Augen dann. "Klar habe ich mich für ihn gefreut, er hat den Preis auf jeden Fall verdient." Als Forscher sei Capecchi jedoch vorher schon bekannt gewesen. Immerhin hätten er und seine Kollegen die Technik der so genannten "Knock-Out-Mäuse", für die sie die Auszeichnung bekamen, bereits vor 20 Jahren entwickelt.
Dass sie einmal bei einem Nobelpreisträger in die "Forschungslehre" gehen würde, daran dachte Nadja Makki wohl nicht, als sie damals den Entschluss fasste, ins Ausland zu gehen. Im Sommer 2002 absolvierte sie ein dreimonatiges Laborpraktikum in den USA. "Ich wollte mal raus, was anderes sehen. Und mein Englisch verbessern." Das gefiel der Studentin so gut, dass danach für sie feststand: Für ihre Diplom- und Doktorarbeit würde sie wiederkommen. Was sie besonders überzeugte? "Die lebhafte Forschung in den USA." Ein Traum für jeden Wissenschaftler.
"Die Rolle von Hox-Genen in der Frühentwicklung des Gehirns, Ohrs und Herzens" lautet der Titel ihrer Doktorarbeit. "Ich weiß, klingt kompliziert", sagt Nadja Makki und lächelt, als wolle sie ihrem Gegenüber signalisieren: Das muss man nicht verstehen. Sie ist eine von fünf Doktoranden, die Capecchi zurzeit betreut.
Ihren Doktorvater spricht die 28-Jährige übrigens mit seinem Vornamen an. "Mario würde sich kaputtlachen, wenn ich ihn ,Mister Capecchi nennen würde." Das Verhältnis zwischen Professoren und Studenten sei an amerikanischen Universitäten eben sehr viel lockerer als an deutschen. Zudem pflege ihr Doktorvater sowieso eine vertrauensvolle Beziehung zu jedem seiner Studenten und Mitarbeiter. "Seine Tür steht immer für uns offen", sagt die junge Biologin und beschreibt den 70-jährigen Cappechi als einen sehr bescheidenen und zurückhaltenden Menschen. "Als er den Preis bekam, war das ein großer Tag, nicht nur für ihn, sondern auch für die Uni." Mario Capecchi ist der erste Wissenschaftler der Universität Utah mit einem Nobelpreis.
In einem Jahr, so hofft Nadja Makki, wird sie ihre Doktorarbeit abgeschlossen haben. Und dann? Feste Pläne hat die gebürtige Dammerin noch nicht. Sie könne sich aber vorstellen, noch einige Jahre als Wissenschaftlerin weiter in Cappechis Forscher-Team zu arbeiten. Auch, wenn sie ihre Familie und Freunde in Deutschland manchmal sehr vermisse. "Aber zum Glück gibt es ja E-Mail und Telefon."
Und auf ihren Heimaturlaub in Damme möchte die Wahl-Amerikanierin auch in diesem Jahr nicht verzichten. "Zweimal werde ich mindestens kommen", hat sie sich ganz fest vorgenommen.
Aus: OV 3.1.2008 |
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