Oldenburgische
Volkszeitung
Ganz neues Projekt bringt Geld in Schulkasse
Damme (kpl) -
Am ovalen Tisch im Zimmer des Leiters des Gymnasiums herrscht Einigkeit. „Der Schulträger
müsste mehr für die Schule tun“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins des Gymnasiums,
Dr. Ludger Kampsen, in Richtung Landkreis. Denn die Mittel fließen aus Sicht
der Eltern und des Fördervereins spärlich.
Freilich, warten bis zum Sankt-Nimmerleinstag, an dem
sich alles ändert, wollte der Schulelternrat nicht. Seine Vorsitzenden
Christine Grimme und Ilse Nemann-Brak haben deshalb das Projekt „Patenschaft
für die Förderung der Naturwissenschaften am Gymnasium Damme“ ins Leben gerufen.
Zahlreiche Firmen aus dem Einzugsgebiet der Schule
haben entweder bis 2011 jährlich Spenden zwischen 500 und 1000 Euro zugesagt
oder alternativ eine einmalige Summe gestiftet.
„Es ist ein bislang einmaliges Projekt im Landkreis“,
erklärt Christine Grimme. Die neueste OECD-Studie zeige wieder einmal, „dass
wir in Deutschland zu wenig für die Bildung ausgeben“.
Ein Beispiel: Am Gymnasium steht im Fach Biologie pro
Schuljahr und Schüler ein Euro zur Verfügung. „Da darf kein Reagenzglas
kaputtgehen“, weiß Ilse Nemann-Brak. Die Lage verschärft sich noch durch eine
besondere Situation des Gymnasiums. Es muss, da es das Hauptschulgebäude
mitnutzt und dort auch Naturwissenschaftsräume hat, viele Geräte und Unterrichtsmaterialien
doppelt anschaffen. „Wir dürfen zum Beispiel Chemikalien gar nicht von einem
Gebäude in das andere bringen“, sagt dazu Chemielehrer Bernhard Sieve. Doch die
Patenschaft soll mehr. Sie soll in den Fächern Physik, Informatik, Chemie und
Biologie neben dem Kauf von Materialien Projekte ermöglichen, die mit dem
normalen zugewiesenen Budget nicht durchführbar sind. Die Begeisterung für
diese Fächer soll zunehmen und so starke Leistungskurse in der Oberstufe
entstehen lassen. „Der Arbeitsmarkt verlangt auch in dieser Region unter
anderem nach jungen Ingenieuren und Informatikern, die den Betrieben
mittelfristig zur Verfügung stehen“, meint Christine Grimme, die zudem durch
das zusätzliche Geld auf Arbeitsgemeinschaften in der Schule hofft, die den
Schülern Inhalte der Physik, Technik und Informatik anschaulich vermitteln. Nur
noch zehn Prozent der Arbeitsgemeinschaften an den niedersächsischen Gymnasien
beschäftigen sich nach ihren Worten mit Naturwissenschaften, Mathematik und
Informatik. Die Lehrer jedenfalls hocken im Gymnasium in den Startlöchern. Sie seien
hochmotiviert, lobt die Schulelternratsvorsitzende das Kollegium. Zu den
Firmen, die das Gymnasium unterstützen, gehören die Airpool, Nordfolien, ZF in
Damme, Internorm, Grimme, die Landwirtschaftliche Bezugsgenossenschaft Damme,
Deutsche Vilomix sowie die Rathaus-Apotheke. Das von ihnen zur Verfügung
gestellte Geld fließt an den als gemeinnützig anerkannten Förderverein, der es
wiederum der Schule zur Verfügung stellt.
Mehr Informationen über das Projekt gibt es bei
Christine Grimme (Telefon 05491/1301) oder bei Ilse Nemann-Brak (05491/66433).
©2007 Oldenburgische Volkszeitung
http://www.ov-online.de