Schulprogramm und Schulprofil für die Schule von
morgen
Gesellschaftlicher, technischer, kultureller Wandel, Vorstellungen
von selbstständigeren Schulen, von Budgetierung und Innovationen
fordern eine neue Schulentwicklung und haben in zahlreichen Ländern
die Entwicklung von Schulprogrammen gefördert. So auch in Niedersachsen
ab dem Jahre 1977.Doch nicht erst seit der von kultusministerieller Seite angestoßenen
Arbeit an Schulprogrammen gibt es solche und haben sich Schulprofile
entwickelt. Ein Profil und insbesondere ein Oberstufenprofil hat
sich auch am Gymnasium Damme aufgrund personeller Ressourcen, des
damit verbundenen Fächerangebotes und der Schülerwahl
herausgebildet entsprechend den drei Aufgabenfeldern, dem sprachlich-künstlerischen,
dem historisch-gesellschaftswissenschaftlichen und dem mathematisch-naturwissenschaftlichen.
Verfolgt man etwa die Leistungskurswahl der vergangenen Jahre, so
erkennt man sofort die große Kontinuität in den Langzeitfächern
Deutsch, Englisch, Mathematik. Die Profile ergeben sich jedoch erst
bei der Betrachtung des kompletten Leistungskursangebotes und der
restlichen Prüfungsfächer. Mit Latein, Französisch,
Musik, Geschichte, Politik, Erdkunde, Chemie, Physik und Biologie
sind die anderen Standbeine genannt. Da die Jahrgänge in der
Sekundarstufe II recht groß sind, können die Wahlen der
Schülerinnen und Schüler fast immer erfüllt werden.
Auch bei geringeren Wahlzahlen werden diese Leistungskurse in der
Regel angeboten. Kunst, Religion und Sport laufen lediglich als
so genannte P-Fächer. Schon selbstverständlich sind die
breit gefächerten Angebote in Informatik und im weiteren Feld
der EDV. Informatik kann ebenfalls bis zum Abitur belegt werden. Ob im Zuge einer durch das niedersächsische Kultusministerium
auferlegten verpflichtenden Profilbildung eine verstärkte Ausprägung
erfolgen wird, kann heute noch niemand sagen. Prägend für das Schulprofil des Dammer Gymnasiums ist
ebenso die für Anregungen von außen "offene Schule".
Teilnahme an künstlerischen, sportlichen, naturwissenschaftlichen
Wettbewerben, Zusammenarbeit mit der örtlichen Industrie und
Wirtschaft, Einladungen von Experten in den Unterricht, Besuche
von Ausstellungen als Ergänzung und Bereicherung von Unterricht
kennzeichnen diese Offenheit. Eine solche Schule ist nur deshalb
durchzusetzen, weil sich engagierte Kolleginnen und Kollegen finden,
die weit über ihre Unterrichtsverpflichtung hinaus derartige
Herausforderungen suchen und realisieren. Das im ersten Satz angesprochene Schulprogramm befindet sich noch
im Zustand der Genese. Seit über einem Jahr arbeitet eine Diagnosegruppe
aus Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern
und Eltern an der Erfassung des Ist-Zustandes der Schule und versucht,
daraus die Notwendigkeit verschiedener Analysebereiche abzuleiten.
Aufgabe der nächsten Monate wird es sein, diese Arbeitsbereiche
präzise zu bestimmen und Arbeitsgruppen einzusetzen. Die Erstellung
eines schriftlich fixierten, dauerhaften Schulprogramms ist eher
zweitrangig, ertragreicher ist der gemeinsame Arbeitsprozess und
die allgemein akzeptierte Zielvereinbarung. Eher belastende, da
im Vorfeld mit Argwohn betrachtete Begriffe wie Controlling und Evaluation
werden die Arbeit am Schulprogramm eventuell stören, doch nicht
behindern können und hoffentlich alle an Schule Beteiligten
werden im Verlaufe des Prozesses die neuen Freiräume schätzen
und nutzen lernen.
Peter Rörsch, ehem. Schulleiter
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