Voltaire macht es möglich: Andrea Wischmeyer (l.) und Bettina Paerschke (r.) waren ein halbes Jahr "on Tour". Foto: kpl

Schüleraustausch ist eine Schule fürs ganze Leben
Zwei Französinnen im Rahmen von Programm Voltaire bis September Schülerinnen des Dammer Gymnasiums

Damme (kpl) - Nach einer einjährigen Unterbrechung beteiligt sich das Gymnasium wieder am deutsch-französischen Jugendaustauschprogramm Voltaire. Noch bis zum 1. September besuchen Marie Roullier aus Amiens in Nordfrankreich und Laurine Lombadier aus St. Louis auf der Insel La Réunion das Gymnasium. Ihre Austauschpartnerinnen sind die Dammerin Julia Schurr und Leonie Kißler aus Hunteburg. Im September reisen die beiden Gymnasiastinnen im Gegenzug nach Amiens beziehungsweise St. Louis.
Genau am 23. Januar hatte der Französischlehrer Helmut Grewer erfahren, dass das Gymnasium als Austauschschule angenommen worden war. Insgesamt kamen fünf junge Franzosen in den Regierungsbezirk Weser- Ems. Der Lehrer hatte zuvor die beiden Gymnasiastinnen angesprochen und ihnen vorgeschlagen, sich zu beteiligen. Nicht jeder Schüler sei für die Teilnahme geeignet, ein gewisses Selbstbewusstsein müsse vorhanden sein. Die Französischnote alleine sei nicht Ausschlag gebend.
Die beiden Französinnen nehmen am ganz regulären Unterricht teil. Am Ende werden sie aber kein Zeugnis, sondern eine Art Gutachten bekommen. Für beide bedeutet der Unterricht im Übrigen eine Umstellung. In ihrer Heimat haben sie an vier Tagen pro Woche den ganzen Tag Schule. "Hier sind der Unterricht und das Leben außerhalb der Schule doch anders", hat Laurine Lombadier festgestellt.
Sie lernt in St. Louis schon seit fünf Jahren Deutsch, hatte es seinerzeit als erste Fremdsprache genommen. Marie Roullier wählte dagegen Englisch als erste Fremdsprache und lernt nun seit drei Jahren Deutsch.
Und auch wenn es manchmal Probleme gibt, Helmut Grewer rät ihnen wie jedem anderen Austauschschüler, sich im Gastgeberland auf jeden Fall nur in dessen Sprache zu unterhalten. Das verbessere die Sprachkenntnisse enorm. Aber nicht nur deshalb mache die Teilnahme an einem Schüleraustausch Sinn. Der biete die Chance, ein fremdes Land und dessen Kultur intensiv kennen zu lernen. Außerdem müsse der Schüler Verantwortung tragen und lerne für sein ganzes Leben, auch weil er sich manchmal alleine durchbeißen müsse. Und das ist in der Tat eine gute Schule fürs Leben - nicht nur für die weitere gymnasiale Laufbahn.

OV 25.03.2004