Dienstag, 25.9.01, Stadtführung in Freiburg
Die Führung begann um 9.30 Uhr mit der Aufteilung in 2 Gruppen. Zuerst bekamen wir einige Informationen über die Gründung und die frühe Rechtssicherheit Freiburgs. Des weiteren ging die Führerin, Heidi Meyer, auf das Rats- und Gerichtsgebäude ein. Auf dem Rathausplatz sprach die Führerin über das mittelalterliche Leben, insbesondere über die sogenannten „Bächle“, die damals zur Brandbekämpfung benutzt wurden. Diese erstrecken sich über die gesamte Altstadt wie auch die elektrische Straßenbahn, die 1901 in Betrieb genommen wurde. Als nächsten Punkt steuerten wir die an der Dreisam gelegenen Gerberhäuser an. Um 10.20 erreichten wir den Augustinerplatz, an dem früher zahlreiche Handelsbetriebe angesiedelt waren. Heute dient dieser Platz als Treffpunkt für Jugendliche. Ferner ist auch die älteste Gastwirtschaft Deutschlands in Freiburg beheimatet In der restlichen Zeit widmeten wir uns dem Freiburger Münster. Diese im gotischen Baustil errichtete Kirche ist eine der wenigen, die im 15. Jahrhundert vollendet wurden. Da dieses Münster aus Sandstein gebaut wurde, sind bis heute regelmäßig Restaurationsarbeiten notwendig. Für die schönen Fenster dieser Kirche sind die Handwerker der damaligen Zeit verantwortlich, welche damit für ihre Betriebe werben wollten.
Die eineinhalbstündige Führung endete mit der Verabschiedung und anschließender Freizeit in Freiburg.
Dienstag, 25.9.01 , Floßfahrt auf dem Taubergießen
Am Dienstag, 25.9.2001, fuhren wir nachmittags mit dem Bus in das ländliche Gebiet „ Taubergießen „ in unmittelbarer Nähe des Europaparks. Dort erwartete uns eine entspannende Floßfahrt, die uns nach dem anstrengenden Fußmarsch während der Altstadtbesichtigung in Freiburg gerade richtig kam. Dennoch war der erste Anblick der Gefährte nicht einem jeden geheuer und deren Besteigen stellte sich als recht wacklige Angelegenheit heraus. Schließlich auf dem Wasser waren einige der Gefährte um 160 kg überbeladen, was leichtes Angstgefühl am Anfang noch verstärkte. Wir setzten uns in Bewegung und fuhren ca. 2 Stunden lang eine Strecke von 8 km durch urwaldähnliches, unberührtes Naturgebiet, wasviele neue Entdeckungen in Flora und Fauna für uns zu bieten hatte. So entdeckten wir z. B. einen Eisvogel, Schwäne und Enten, Blesshühner, Bisamratten und einen Biber, der bis auf 1 m Abstand an eines der Flöße heranschwamm. Am Ufer entdeckten wir z.B. Herbstzeitlose und Schwertlilien.
Unsere Bootsführer erzählten uns, dass Taubergießen ein Naturschutzgebiet von der Größe von ca. 1600 ha in der südlichen Oberrheinebene zwischen Freiburg und Offenburg sei. Weiterhin erzählten sie uns, dass der Fluss hauptsächlich aus eigenen Quellen gespeist würde. Die Wassertemperatur sei entsprechend niedrig und das Wasser von einer sehr guten Qualität.
Trotz der relativ niedrigen Geschwindigkeit, mit der die Boote sich fortbewegten, versuchten zwei der vier Flöße auf den letzten Metern eine kleine Wettfahrt zu veranstalten. Im Gegensatz zu anfänglichen Befürchtungen erreichten alle Beteiligten das sichere Ufer trockenen Fußes.
Mittwoch, 26.9.01, Unterlindenmuseum in Colmar
Am Mittwoch, den 26.09.2001, haben wir im Rahmen unserer Studienfahrt nach Freiburg einen Ausflug ins Unterlindenmuseum nach Colmar gemacht. Dort wurden wir von zwei Reiseführern empfangen, die uns durch das Museum führten. Das Museum ist beheimatet in einem ehemaligen Antoniter Kloster, das im Jahre 1232 gebaut wurde. Kernstück des Museums ist der Isenheimer Altar, ein Flügelaltar, der dreimal aufgeklappt werden kann. Die in ihm abgebildeten Bilder haben alle einen christlichen Hintergrund. Er ist dem heiligen Antonius gewidmet. Der Altar wurde zwischen 1512 – 1516 von Grünewald , einem frühen Expressionisten, angefertigt, und behandelt im Wesentlichen die religiösen Ereignisse Kreuzigung, Auferstehung, Engelkonzert und Versuchung des heiligen Antonius. Zum Gesamtwerk „ Isenheimer Altar „ gehört auch noch ein Schnitzwerk, das im Jahr 1500 von Nikolaus Hagenauer erstellt wurde.
Anschließend besuchten wir noch die Innenstadt von Colmar und starteten danach in Richtung Straßburg.
Mittwoch, 26.9.01, Stadtführung in Straßburg
Am Mittwoch, 26.9.01 starteten wir, nachdem wir in Colmar waren, zu einer Stadtbesichtigung nach Straßburg. Die Hauptstadt Europas lernten wir zunächst auf einer Busfahrt kennen. Neben allgemeinen Informationen gab uns die Stadtführerin einen Überblick über die Architektur Straßburgs. Als herausragend waren in diesem Sinne das Gebäude deseuropäischen Parlaments, das der Synagoge und das Straßburger Münster zubezeichnen. Des weiteren berichtete die Stadtführerinüber die Geschichte der französischen Stadt, die, wie wir erfuhren, lange unter dem Einfluss des Preußenkaisers Wilhelm I. stand. Am Rheinzufluss, dem Ill, setzte der Busfaqhrer uns ab und wir waren fortan zu Fuß unterwegs. An der Stelle, an der sich der Ill in fünf Arme aufgliedert, besichtigten wir einen Befestigungswall und begaben uns anschließend ins Müller- und Gerberviertel, in dem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert noch gut erhalten waren. Nach dem Rundgang durch das Gerberviertel erreichten wir die Thomaskirche, die aufgrund ihrer langen Bauzeit durch zwei Baustile, dem romanischen und dem gotischen, geprägt wurde. Im Innern der protestantischen Kirche befand sich das Moritz von Sachsen gewidmete Mausoleum. Ebenso wie die Thomaskirche wurde auch das Straßburger Münster von der Gotik und der Romanik geprägt. Nach 250 Jahren Bauzeit konnte der Turm im Jahre 1439 fertiggestellt werden. Wie schon der französische Name „ Notredame de Strasbourg „ vermuten lässt, ist das Straßburger Münster dem Notredame in Paris nachempfunden. Besonders auffallend an der ehrfurchtgebietenden Kathedrale sind die aufwendigen Kirchenfenster und vor allem die Kirchenuhr. Selbige bietet dem Kirchgänger jede halbe Stunde ein Schauspiel, das durch einen ausgeklügelten Mechanismus ermöglicht wird. Mit dem Ende des Schauspiels war zugleich auch das Ende der Stadtführung erreicht und wir konnten den Rest des Nachmittags frei gestalten.
Mittwoch, 26.9.01, Weinprobe
Voller Vorfreude ging es am Mittwoch Abend um 19.30 Uhr zu einer gemeinsamen Weinprobe nach Tiengen. Aufgrund der Tatsache, dass wir 9 Weine probieren sollten, bekamen wir vorher noch „gut“ gemeinte Ratschläge von Herrn Gruhl. Nachdem wir in dem schön dekorierten Weinkeller eingetroffenb waren, verteilte sich unsere Gruppe auf vier Tische und wir wurden von Mina Mößner, der Besitzerin, herzlich begrüßt. Anschließend wurden wir über den Anbau und den richtigen Genuss des Weines informiert, wobei wir es eigentlich gar nicht mehr erwarten konnten, endlich den leckeren Wein zu kosten. Anzumerken ist, dass unsere Lehrer viel großzügiger bewirtet wurden als wir, obwohl Lehrer ja nicht unbedingt mehr vertragen. Danach kam der entscheidende Moment, wo wir endlich die ersten zwei Weine (Rotweine) probieren durften. Als wir bei dem vierten Wein angekommen waren, bemerkte Frau Mößner, dass wir gute Weintrinker seien, woraufhin ein Schüler entgegnete, dass dieses vom jahrelangen Training komme. Zu diesem Zeitpunkt konnte man auch schon merken, dass die Stimmung - sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern – erheblich gestiegen war. Da die meisten von uns noch Weinpräsente mit nach Hause nehmen wollten, war klar, dass ihnen der Wein sehr geschmeckt hatte. Auch die Lehrer bekamen im Bus ein kleines Dankeschön in Form von verschiedenen Weinflaschen, weil sie uns bis hierher noch keine Probleme bereitet hatten. Da wir unsere Großzügigkeit nicht unterdrücken konnten, bekam auch unser Chauffeur eine Flasche Obstler geschenkt. Er brachte uns sogar zum krönenden Abschluss noch sicher in die Altstadt, wo wir diesen gemütlichen Abend mit einer Kneipentour fortsetzten.
EIN ESSEN OHNE WEIN
IST WIE EIN TAG OHNE SONNENSCHEIN!
Mina Mößner
Donnerstag , 27.9.01, Stadtführung in Basel
Am Donnerstag, den 27.9.2001, galt es für uns um 7.00 Uhr aufzustehen. Nach einem ausgiebigen Frühstückfuhren wir schließlich mit unserem 14 m langen Bus Richtung Schweizer Grenze. Wie es unser Schicksal wollte war nur eine Buslänge von 12 m in der Schweiz genehmigt. So mussten wir uns zu einem einstündigen Fußmarsch zu unserem auserwählten Ziel Basel aufraffen. Dort angekommen empfing uns vor dem Baseler Münster eine reizende Stadtführerin, die uns viele interessante Sachen zu berichten hatte. Angefangen mit der Entstehungsgeschichte Basels, über die romanischen und gotischen Merkmale des Münsters berichtete sie uns ferner über dessen Kreuzgang und seine Geschichte. Ebenso interessant waren die darauf folgenden Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie z.B. das Rathaus, den Ehrenhof des Blauen Hauses, die Handwerkerhäuserein Teil der Stadtmauer und mehrere Brunnen. Nach eineinhalb Stunden waren wir schließlich am Ende angelangt und mussten Basel auf Grund anderweitiger wichtiger Termine wie dem Schwarzwaldbesuch zügig verlassen.
Donnerstag, 27.9.01, Nordlichter im Schwarzwald
Wir müssen über den Schwarzwald schreiben einen Bericht,
doch das gefällt uns ganz und gar nicht.
Da dachten wir, ein Gedicht wär` fein,
drum suchen wir jetzt einenpassenden Reim.
Das erste, was uns ins Auge fiel,
war der Feldberg mit seinem Sti(e)l,
1500 m er sich hoch erstreckt,
und somit unsere Aufmerksamkeit erweckt.
Baum an Baum, das glaubt man kaum,
der Mischwald hier ist wie ein Traum.
Eine Sprungschanze war zu sehen,
sie ist jedoch nicht mehr zu empfehlen.
Verrottet war sie und sehr alt,
und ein Schandfleck in diesem schönen Wald.
Die rotbraunen Kühe grasten glücklich auf der Weide,
denn man baut hier nicht an das Getreide.
Die Eisenbahnen durchqueren die riesigen Berge,
sie erscheinen dagegen nur als kleine Zwerge.
Die Strassen schlängeln sich durch diese Pracht,
was dem einen oder andern einen kranken Magen macht.
Die meisten Häuser sind uns bekannt,
aus `ner Serie, auch Schwarzwaldklinik genannt:
Weißer Putz und Giebel aus Holz
Sind den Schwarzwäldern ihr ganzer Stolz.
Rote Geranien schmücken die Balkone
Und verleihen den Gebäuden einen besonderen Tone.
Jedoch waren unsere Mägen leer,
drum entschlossen wir uns zu baldiger Rückkehr.
Vom Hunger getrieben rief Kai irgendwann
In der Freiburger Jugendherberge an.
Der Speiseplan war nicht nach seinem Geschmack,
drum ging er zum Essen in die Stadt.
Zu Ende ist nun unser Gedicht,
denn mehr zu reimen wissen wir nicht.
Trotz Missgeschicke erheben wir einen Toast,
in diesem Sinne „Prost!“
Freitag, 28.9.01, Führung durch die Festung Schoenenburg
Am Freitag, 28.9.2001, machten wir während der Rückfahrt nach Damme einen kurzen Abstecher nach Frankreich, um die Festung Schoenenburg, einem Teil der 700 km langen Maginotlinie im Elsaß zu besichtigen. Diese Festungslinie wurde von 1931 – 1935 erbaut, um die Grenze Frankreichs bei Kriegen zu sichern und zu stabilisieren. Die Festung ist ein unterirdisches System aus Gängen und Blöcken, welche in Kampf- und Unterkunfts- bzw. Versorgungsblöcke unterteilt sind. Die verschiedenen Blöcke liegen weit voneinander entfernt und sind durch Stollen verbunden. Die Festung Schoenenburg besitzt zwei Eingänge, die in den Versorgungsblöcken liegen, und sechs Kampfblöcke, die für eine 600 Mann starke Truppe ausgelegt waren. Die Munition und die Verpflegung können mit einer Lorenbahn durch die kilometerlangen Gänge transportiert werden. Die Gänge liegen im Schnitt 22 Meter unter der Erde, an der tiefsten Stelle ist man sogar 30 m tief. Die Artilleriegeschütze konnten innerhalb von Sekunden auf ein Ziel eingestellt werden. Der Weg von der Erkennung eines Ziels bis zu dessen Abschuss beträgt ungefähr 3 Minuten. Sollte es dennoch einem Feind gelingen in die Festung einzudringen, konnte man die verschiedenen Blöcke getrennt voneinander sprengen und die Besatzung durch Notluken evakuieren. Die Festung wurde nie besiegt, dennoch kam 1940 der Befehl zur Räumung des Komplexes, als Frankreich vor der deutschen Wehrmacht kapituliert hatte.
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